Total schönes Spiel! Hier ist eine Mischung aus Rezension und Spielbericht:
In diesem Spiel erfindet man gemeinsam archäologische Überreste einer längst vergangenen Kultur auf einem fremden Planeten. Zunächst werden ein paar Themen eingegrenzt, dann werden Orte oder Bereiche und anschließend Objekte (die titelgebenden Fundstücke) gezeichnet. Grobe Kritzeleien reichen völlig aus. Anhand dieser Skizzen werden dann Aspekte der untergegangenen Kultur ausgearbeitet. Das geschieht im gemeinsamen Gespräch. Mir gefällt, wie das Spiel einerseits sehr offen ist (wir haben eine außerordentlich unterhaltsame Kultur aquatisch-amphibischer Oktopoden, die fliegen können, erfunden bzw. "erforscht"), andererseits mit wenigen Regeln dafür sorgt, dass alle am Spieltisch in den Prozess eingebunden werden. Beispielsweise zeichnet jede Person ein Fundstück, alle anderen ergänzen dann Details zu dem Fundstück, und anschließend werden archäologische Theorien zu dem Objekt gebrainstormt. Am Ende legt die Person, die das Fundstück gezeichnet hat, die ursprüngliche Bedeutung fest, und gibt ihm eine Bezeichnung. So behält sie die Deutungshoheit, aber alle anderen sind eingebunden und erfinden die Kultur gemeinsam.
Wir haben Fundstücke zu viert in in zwei Stunden gespielt und viel Spaß gehabt. Unsere Oktopoden haben Algen angebaut, Lufttrommel gespielt (wie Luftgitarre, nur halt mit Trommel - bzw. ohne Trommel), trugen Gummianzüge und benutzten Perlen (aber nicht als Wertgegenstände, sondern eher Kugellager, Geschoss etc.).













